
Geplante Weltreise 2008 - in 365 Tagen um die Welt
Am Anfang steht ein Plan. Ob dieser Plan durchführbar ist, wird sich erst im Laufe der Vorbereitungen zeigen. Es gibt genug Probleme, die beseitigt werden müssen. Viele machen den Fehler, vorher schon vor den Problemen zu resignieren, ohne überhaupt einen Versuch zu starten, die Probleme zu lösen. Ob diese Weltreise durchführbar ist oder nicht, wird sich also erst herausstellen. Ich muss es doch aber versuchen, denn es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
In erster Linie muss die Finanzierung geklärt werden. Nicht nur die Reisekosten, sondern auch die laufenden Verpflichtungen zu Hause müssen bezahlt werden. Arbeit und Familie muss geklärt werden und noch viele andere Kleinigkeiten.
Aber der Reihe nach: Warum eine Weltreise? Eine Weltreise mit dem Fahrrad ist ein Kindheitstraum, seit ich als 10 -jähriger das Buch von Heinz Helfgen “Ich radle um die Welt” gelesen hatte. Zu DDR-Zeiten endete unsere Welt mit den Warschauer Paktstaaten. Umso verständlicher der Wunsch, eine Weltreise machen zu wollen. Allerdings war ich damals der Meinung, diese Reise erst im Rentenalter machen zu können. Nach der Wende stand uns auf einmal die ganze Welt offen und sich einen jahrelang gehegten Wunsch nicht zu erfüllen, würde für mich eine Vergeudung meines Lebens bedeuten. Das dies nicht sofort nach der Wende gehen würde, war mir klar und es dauerte immerhin bis 1999, bis ich meine erste Radtour durch Amerika startete. Es dauerte weitere 7 Jahre bis die nächste Tour durch Afrika folgte. Die Weltreise ist also nur eine logische Fortsetzung und Verwirklichung meines Traumes . In Amerika und Afrika wurde ich unterwegs oft gefragt, warum ich mit dem Fahrrad unterwegs sei. Eigentlich wollte man hören, das ich zu irgendeinem Wohltätigkeitszweck unterwegs sei und ich gab immer die enttäuschende Antwort "I go just for fun, not for charity." Dies stieß immer auf viel Unverständnis. Als ich dann jedoch erzählte, dass ich als Testfahrer für Fahrräder unterwegs bin wurde dies akzeptiert.
Menschen können sich nur schwer vorstellen, dass jemand nur zu seiner Freude mit dem Fahrrad unterwegs ist. Dies ist bei mir jedoch der Fall. In erster Linie fahre ich, um Abenteuer und Freiheit zu erleben. Die wahre Freiheit bedeutet, Zeit zu haben, zu entscheiden was man tun will und nicht der Sklave irgendwelcher Zwänge zu sein. In unserem freiheitlichen Land kann kaum noch jemand frei entscheiden. Wir alle leben in irgendwelchen Zwängen die uns daran hindern unser Leben wirklich zu leben. Diese Freiheit ist es, was mich wirklich reizt. Die Freiheit zu leben.
Ein zweiter Grund ist nach meinem Schlaganfall, mir und allen die auch betroffen sind, und das sind jährlich immerhin 200.000 Menschen, zu zeigen, dass ein Schlaganfall noch lange nicht das Ende ist, sondern ein neuer Anfang. Ich habe noch großes Glück gehabt. Aber das kommt nicht von ungefähr. Hätte ich keinen Sport gemacht und zumindestens die lentzten Jahre gesund gelebt, würde ich mit Sicherheit jetzt auch wie viele Andere im Rollstuhl sitzen.
Allen Betroffenen und auch den nächsten 200.000 möchte ich sagen und zeigen, nichts bleibt so wie es ist. Mit Willen und viel Übung kann man Unvorstellbares erreichen. An dieser Stelle möchte ich meine Hochachtung allen Therapeuten aussprechen, die selbst an hoffnungslosen Fällen mit einer Ausdauer und Hingabe arbeiten und so Erfolge erzielen und seien sie noch so klein. Das Schöne nach einem Schlaganfall ist, es bleibt nichts so, wie es ist. Das Gehirn erholt sich und es kann nur besser werden.
Reiseroute
Entscheidend ist dabei der Zeitrahmen. Die Welt ist einfach zu groß. Man kann nicht alle Länder bereisen. Die meisten Weltumradler waren mehrere Jahre unterwegs. Der Preis dafür ist in der Regel, dass man kein zu Hause mehr hat. Ich habe jedoch eine Familie, die ich liebe und auch eine Arbeit, die mir Spass macht. Also heißt es, einen Kompromiss finden. Ich habe geplant, die Weltumrundung mit dem Fahrrad in 365 Tagen zu schaffen. Dabei ca. 30.000 km zurückzulegen und ca. 30 Länder zu durchqueren. Die Route wird sich bis zum Start im Juli nächsten Jahres bestimmt noch ändern und unterwegs mit Sicherheit auch noch mal. Also die erste Grobplanung.
Los geht es natürlich am Brandenburger Tor, wo auch das Ziel sein sollte. Auf der Route durch Europa folge ich den Spuren nach Bulgarien, die wir einst mit Trabant und als Jugendlicher schon 2 mal mit dem Motorrad absolviert haben. 2000 km bis zum Schwarzen Meer. Die Tour dauerte damals selbst mit dem Trabant mindestens 1 Woche, mit dem Motorrad 2 Wochen. Mit dem Fahrrad durch Tschechien, Ungarn und Rumänien denke ich diesmal 3 Wochen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir damals in Rumänien ums Benzin kämpfen mussten. Das wird mir diesmal erspart bleiben, aber es wird mit Sicherheit andere Probleme geben. In Nessebar habe ich die Absicht, mit dem Schiff nach Istanbul überzusetzen und dann die Türkei zu durchqueren. Ich kann mich noch gut erinnern wie wir damals in Nessebar waren und den Schiffen, die in eine andere Welt fuhren, nachschauten und nicht mitfahren konnten. Durch die Türkei ca 2.000 km in Richtung Asien. Danach durch den Iran nach Pakistan und Indien. Sollte es möglich sein, nach Bagladesch und Burma nach Thailand. Alternativ wäre der Wasserweg direkt von Indien nach Thailand. Weiter geht's nach Laos über Vietnam ins Reich der Mitte - nach China. Von Hong Kong, Flug nach Amerika nach LA. Von LA nach Mexiko und weiter durch Mittelamerika-Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama nach Südamerika. Es schliesst sich an Kolumbien und von Carracas dann Flug auf den nächsten Kontinent Afrika. Damit die Reise nicht zu lang wird, wird Afrika nur gestreift. Das heisst Flug nach Dakar durch den Senegal, Algerien nach Marokko. Von Afrika wieder nach Europa über Gibraltar. Portugal, Spanien, Frankreich Belgien und wieder Deutschland. Mit dem Finger auf der Landkarte ist es eine Kleinigkeit, so eine Reise zu planen. Durch meine beiden Radtouren weiß ich aber Gott sei Dank, wie viel Qualen dahinter stecken. Entbehrungen, Selbstzweifel und Probleme ohne Ende. Jede Reise ist fantastisch und abenteuerlich, so lange man zu Hause auf der Couch sitzt. Ist man jedoch unterwegs, wird aus dem Abenteuer schnell eine Qual und man verflucht den Tag, an dem man diesen verrückten Entschluss gefasst hat. Wer darauf nicht vorbereitet ist, wird so eine Reise nie durchstehen.
Das was man erlebt, steht nicht im Verhältnis zu den Strapazen. Erst wenn man wieder zu Hause ist, kann man das große Abenteuer richtig genießen. Da dieses mal die Strecke ziemlich lang ist, habe ich mich entschlossen, nicht allein zu fahren. Also an dieser Stelle ein Aufruf, wenn jemand einen kennt, der einen kennt usw. Will damit sagen bitte weitersagen. Suche Partner für Weltreise Zeitraum Juli 2008-2009. Sollte ungefähr mein Alter um die 50 haben. Auf alle Fälle Erfahrung im Extrembereich, enorm leidensfähig ohne zu klagen, Fremdsprachenkenntnisse englisch, spanisch eventl. französisch, Organisationstalent und technische Fähigkeiten wären sehr nützlich.
Wichtig ist die Einstellung, geht nicht- gibt’s nicht. Jedes Problem ist lösbar, wenn auch nicht immer sofort.